So ihr Lieben,
da Mama und Papa voll im Vorweihnachtsstress sind und einfach nicht zum Schreiben kommen, muss ich mich nun wohl selbst mal zu Wort melden. Das kann ja nicht ein, dass hier der Eindruck entsteht, es würde nichts mehr passieren. Dem ist nämlich nicht so!
Jeden Tag bemühe ich mich auf's Schwerste, etwas Neues auszuprobieren und zu entdecken. Und dabei bin ich schon ganz gut voran gekommen. Meine Hände kenne ich jetzt schon in und auswendig und ich kann euch sagen, irgendwie bin ich ein ganz Süßer. Die Fingerchen schmecken einfach zu gut!
Und da die mir so gut schmecken, lutsche ich auch fleißig jeden nacheinander ab - da ich mich manchmal aber nicht beherrschen kann, verschwindet auch gern mal die halbe Hand in meinem Mund. Die ganze Hand würde ich am liebsten abbeißen, aber das schaffe ich einfach noch nicht. Die Hand ist zu groß und ohne Zähne würde das eine Ewigkeit dauern, bis ich endlich da durch bin. Also begnüge ich mich damit, herumzusaugen und zu sabbern, was das Zeug hält.
Mama und Papa erfreut das lustiger Weise immer und so habe ich immer freundliche Gesichter um ich herum. Ganz schön nette Menschen hier auf der Welt! Auch meine Omas und Opas sind immer ganz begeistert von mir und meinen Fingerkunststückchen - leider aber auch, wenn ich das Gesicht verziehe und heule... Was ist denn daran niedlich bitteschön? Ich habe Sorgen und ihr freut euch, dass ich heule... Irgendwas läuft hier falsch!
Das denke ich mir öfter mal: Wenn zum Beispiel mein lieb gewonnener Schnuller auf einmal aus dem Mund gezogen wird, nur damit ein Foto ohne "Tutti" gemacht werden kann, oder wenn Papa und Mama auf einmal wie die Irren um mein Bettchen hüpfen, nur damit ich lache oder mich in eine andere Richtung drehe. Manchmal kommt mir das alles Spanisch vor!
Komisch ist das auch mit der Fortbewegung. Irgendwie will das alles noch nicht so recht klappen... Allein klappt es gleich gar nicht, da schaffe ich es gerade einmal mich seit ein paar Tagen auf die Seite zu rollen, meine Füße zwischen die Gitterstäbe meines Bettchens zu klemmen und mich dort wiederum abzustoßen. Das macht tierisch Spaß.
Aber wenn ich bei Mama und Papa auf dem Arm bin, dann klappt das auch nicht so recht. Sie tragen mich immer schön in der Wohnung herum, aber dann setzen sie sich auf einmal hin. Das geht doch nicht! Also versuche ich ihnen auf die netteste Art und Weise klar zu machen, dass ich aber wieder laufen und gucken will. Meist klappt das auch ganz gut und wir machen uns wieder auf den Weg. Aber ständig das Gleiche sehen ist auch langweilig und wie ich ihnen dann klar mache, was ich aber eigentlich angucken will, das habe ich noch nicht so recht raus gefunden.
Allein die Richtung zu bestimmen ist halt doch am einfachsten und damit ich ganz bald meine eigenen Entdeckungsreisen starten kann, probiere ich zunächst die Fortbewegung im Wasser zu erlernen. Das erscheint mir einfacher und macht außerdem auch richtig Spaß.
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| man das ist echt entspannt hier - da könnt ich glatt einschlafen |
Derzeit hilft mir Mama immer noch. Jeden Mittwoch trainieren wir fleißig in der kleinen Schwimmhalle im St. Gertrauden Krankenhaus. Dort sind neben mir noch etliche andere Kinder - die sind aber alle schon viel größer und spritzen mich immer nass. Sowas ungerechtes - aber wenn ich das auch erst gelernt habe, dann kriegt ihr das alles zurück.
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| Mama - die großen Jungs haben mich nass gespritzt |
Während der Schwimmstunde machen wir dann immer ganz lustige Spiele. Wir plantschen durchs Wasser, singen kurze Liedchen, bewegen uns rhythmisch durch das tiefe Nass und spielen manchmal auch Flugzeug.
Unsere Trainerin gibt Mama und mir immer Aufgaben auf und dann versuchen wir, die so gut wie möglich umzusetzen. Zum Beispiel sollten wir kleine bunte Bälle aus dem Überlauf des Beckens sammel und in ein kleines aufgeblasenes Plantschbecken legen. Das war ganz schön schwer, wo doch die Bälle so glipschig sind und ich sie noch nicht richtig greifen kann. Aber mit ein bisschen Hilfe von Mama habe ich sie dann gehabt und konnte auch ein paar weglegen - die großen Jungs haben mir lieber Weise noch welche übrig gelassen.
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| Die größeren Kinder sollten aus dem Becken heraus krabbeln und sich auf die Stange setzen - ich habe es beim Festhalten belassen. |
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| Ha - einen hab ich doch noch gefunden :) |
Zweimal haben mir Mama und die Trainerin jetzt auch schon Wasser über den Kopf gegossen. Das war vielleicht komisch. Ich habe mich ein bisschen erschrocken und ganz schnell Augen und Mund zu gemacht, damit ich mich nicht am Wasser verschlucke. Alle haben sich gefreut, dass ich nicht panisch los geheult habe, denn die Trainerin sagt, dass das eine Übung fürs Tauchen ist und darauf freut sich Mama doch schon ganz doll. Ich selbst weiß noch nicht, was das sein soll und was ich davon halten soll, aber im Januar werde ich es dann berichten können - da steht meine erste Tauchstunde auf dem Plan.
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| über Wasser flitze ich schon fleißig - und nein, das ist kein Pinkelstrahl! Die Schwimmwindel hat sich bloß voll Wasser gesogen. |
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| oh je, was ist das denn? |
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| Mama - sicher, dass das ungefährlich ist? |
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| Naja, am Rücken fühlt es sich ganz gut an. |
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| Ins Ohr ist irgendwie komisch - geht aber auch zu ertragen... |
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| wenn ich doch bloß wegrennen könnte... |
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| Oh Gott, oh Gott, was denn nun? Schnell die Augen und den Mund zu, dann ist das Elend weg! |
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| Hhhhhhhh, Luft holen. Ich lebe noch, ich lebe noch! |
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| Japs, Schreck lass nach - aber so schlimm war es gar nicht. |
Nach dem Schwimmen bin ich immer ganz schön fertig. Eine halbe Stunde im Wasser ist aber auch verdammt anstrengend. Meistens schlafe ich schon beim Anziehen ein und wache zu Hause immer nur kurz zum Esse auf. So ein Tag ist immer voller neuer Erlebnisse, die ich erst einmal ganz ruhig verarbeiten will. Mama ist auch so lieb und lässt mich schlafen und nutzt meist die Zeit, um meine voll gepupsten Hosen zu waschen oder sonstwie die Wohnung auf Vordermann zu bringen.
Es gibt ja eigentlich noch soooo viel zu erzählen, aber jetzt muss ich erst einmal ins Bett. Mama und Papa bringen euch dann hoffentlich bald noch auf den neusten Stand, sonst melde ich mich wieder zu Wort - versprochen!
Ganz liebe Grüße von eurem Philip!!! Ich wünsche euch allen schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.