Samstag, 28. September 2013

Nachtrag: das Würmchen wächst

Ob nun Gummibärchen, Wurm, (Mini-)Nilpferd oder Erdnussflip - jeder sieht auf den ersten Ultraschallbildern etwas anderes. Aber die Faszination darüber, was sich dort entwickelt, ist bei allen gleich.

So war es auch für uns kaum vorstellbar, dass man bereits bei einer Größe von nicht einmal 2 cm einen richtigen Körper erkennen kann. Zugegeben ein bisschen Fantasie gehört auch dazu, aber doch ist es kein Klecks im Schaufenster mehr.
Rechts deutlich zu erkennen der dicke runde Kopf und nach links der Körper. Der weiße Fleck etwas abseits des Körpers auf der linken Seite des Bildes, ist die Kniescheibe. Das Bein war etwas zu weit vom Ultraschall weg, sodass es nicht mit abgebildet wurde. Die Stellen, die zuerst verknöchern, kann man auch als erstes auf dem Ultraschall deutlich erkennen - deshalb die Kniescheibe und auch die knöchernen Stellen des Nasenbeines am Kopf gut als weiße Flecken zu sehen.

das Ultraschallbild vom 14.02.2013 - es ist etwas Menschliches zu erkennen
Am 07.01.2013 ging für Martin in Magdeburg die Uni nach den Weihnachtsferien wieder weiter und so beschlossen wir, Martins Eltern auch einzuweihen. Also ging es ab zum gemütlichen Kaffee-Trinken. Die Nachricht schlug wahrlich ein, wie eine Bombe - kein Mucks kam mehr. Annette und Jens fühlten sich veräppelt und wollten es einfach nicht glauben. Erst als wir beharrlich darauf bestanden, dass dies die Wahrheit sei, fasste sich zuerst Jens und schlussfolgerte eiskalt:
"Martin, wenn du dann 30 bist, dann müssen wir wieder nach Spanien in den Urlaub - zum Drei-Generationen-Cup."
Zur Erklärung: Als Martin sechs Jahre alt war, war seine Familie in Spanien im Urlaub und war Go-Kart-fahren. Wenn Martin dann 30 ist, wäre unser kleiner Nachwuchs auch sechs Jahre alt und somit müsste diese Tradition doch gewahrt werden. So strahlende Augen hatte ich bei Jens noch nie gesehen. Annette brauchte etwas länger, um die Situation zu realisieren, doch dann freute sie sich, verschwand aus dem Zimmer und kam mit ein Paar blauen und weißen Babysöckchen wieder. Als ob sie es doch geahnt hatte...

Der folgende Monat verlief ganz normal - sehen konnte man ja von der Veränderung auch noch nichts. Zum Glück blieb ich von der morgendlichen Kotzerei verschont - das mulmige Gefühl über den gesamten Tag war auszuhalten. Am 09.02. hatte Martin dann Geburtstag. Er wünschte sich, dass wir an diesem Tag seine gesamte Familie einweihen würden, da sie so mal vollständig versammelt waren. Aber es einfach so zu sagen, wäre ja recht einfallslos. Martin hatte daher seine Oma Ruth bereits etwas früher eingeladen, um es ihr in Ruhe sagen zu können und sich für den Rest der Familie eine ganz eigene Art der Übermittlung einfallen lassen. Aber der Reihe nach...
Bereits zum Kaffee-Trinken kam Oma Ruth am besagten Geburtstag zu Familie Freinatis nach Hause und nachdem der alltäglich Smalltalk getan war, weihte Martin Oma Ruth ein, dass wir Neuigkeiten hätten. Ihre Reaktion war schon irgendwie genial:
Leuchtende Augen in alle Richtungen - "Ich hab da seit ein paar Wochen so ne Ahnung."
Martin: "Was ist denn deine Vorahnung?"
"Das kann ich so nicht einfach sagen - aber es geht um Franzi oder?"
Martin sieht mich an: "Nein eigentlich nicht nur um sie."
"Aber hauptsächlich..." Sie blickt mich an und sagt grinsend: "Die Wohnung ist dann aber ein bisschen klein!"
Martin und ich fassen es kaum - ja tatsächlich, die Wohnung ist ein bisschen klein, aber wir haben uns das schon überlegt. Oma Ruth hat es also doch tatsächlich vorher irgendwie geahnt - tja ältere Menschen haben da irgendwie ein Gespür für. Scheint zumindest so!

Eine Stunde später ist dann die gesamte Familie zum gemeinsamen Spielen und Abendessen versammelt - ja genau, zum Spielen. Denn Martin hatte in diesem Jahr beschlossen, seinen Geburtstag mal ganz anders zu feiern und sich einen gemeinsamen Spiele-Abend mit Tabu gewünscht. Und so war jeder Gast auch gleichzeitig verdonnert mitzuspielen. Alle freuten sich über die Abwechslung zum alljährlichen gemeinsamen Kuchen essen und Abendbrot verschlingen. Und passend zu diesem Spiel gab Martin einen kleines Beispiel für die Pantomime mit Hilfe des "Knoten-Knut" - er beschriebt mit ihm, wie ich einen dicken Bauch bekomme und die anderen mussten es alle erraten. Na es dauerte keine Minute, da hatten sie es raus und freuten sich sehr.
Was uns in den vergangenen Wochen aufgefallen war - alle reagieren auf solch eine Nachricht anders. Von absoluter Freude, Bekannten und Freunden, die einem um den Hals fallen und angeregt alles Mögliche nachfragen, über freudige Glückwünsche ohne weitere Nachfragen, bis hin zu verhaltenen Sprüchen und keinem weiteren Interesse in den folgenden Wochen/Monaten ist/war alles dabei. Aber egal - wir freuen uns wie verrückt und sahen unserem nächsten Ultraschalltermin am Valentinstag gespannt entgegen...

1 Kommentar:

  1. Alte Leute können das an den Augen sehen. Hat mal wer zu mir gesagt ;) (Kerstin)

    AntwortenLöschen