Donnerstag, 3. Oktober 2013

aller Anfang ist schwer

Nach den ersten vier Wochen mit unserem kleinen Pupser (wobei das eigentlich großer Pupser heißen müsste :) ) heißt es für Martin seit Dienstag noch fleißiger sein und wieder arbeiten gehen. Die Schreibzeit für seine Bachelorarbeit wurde schon verlängert und so hat er jetzt noch einen Monat Zeit, um diese final fertig zu bekommen.
Tja und obwohl sich vier Wochen zu dritt zu Hause echt wie eine lange Zeit anhören, ist die Zeit verflogen wie nichts und Philip entwickelt sich prächtig. Vom ersten Gebrabbel, auf das Martin sehnsüchtig wartet und den ersten Gehversuchen sind wir zwar noch weit entfernt, aber die erste Entwicklungsetappe haben wir bereits überstanden.
Diese tolle Erkenntnis habe ich aus dem Buch "Oh je ich wachse", dass mir empfohlen wurde und das ich ebenfalls jedem der ein Kind erwartet oder gerade bekommen hat ans Herz legen würde. Darin sind super die acht Entwicklungsschritte eines Babys in den ersten 14 Monaten beschrieben und ich kann nur bestätigen, dass der erste Entwicklungsschub um die 5. Woche herum geschieht. Leider ist an diese Entwicklungsschübe, die nicht immer mit einem Wachstumsschub zusammenhängen müssen, auch an ein paar anstrengende Nächte, Tage oder manchmal auch Wochen gekoppelt. Da müssen dann sowohl die kleinen Knirpse als auch die Eltern halt durch.
Philip hat seinen ersten Schub in den letzten Tagen durchgemacht, nur selten ruhig geschlafen, tagsüber viel rumgequängelt und war auch sonst nur schwer zu beruhigen. Was immer geholfen hat - rumlaufen, auf dem Arm schaukeln und ein ständiges Nuckel-Rein-Raus, was ihm offensichtlich viel Spaß macht. Diese doch etwas anstrengenderen Tage sind nun aber offensichtlich erst einmal wieder vorbei und die Sonne scheint nicht nur draußen zum Herbstbeginn noch einmal.

Um euch ein paar Eindrücke zu geben, wie sich Philip in den letzten Wochen entwickelt hat, hier mal ein paar Bilder.
endlich in den eigenen vier Wänden - sein eigenes kleines Reich ist derzeit sein Babybay (Beistellbett, dass ans elterliche Bett gestellt wird)
wir gehen auf Tuchfühlung - man riechst du gut!
stolze Mama, aber etwas geschafft
Man beachte bei Philip, die noch umgeschlagenen Ärmel - jetzt passt ihm der Body schon so!
auch der grüne Schlafsack steht ihm gut :)
Kaum angekommen und noch nicht einmal alles bestaunt, schon wird für die große Karriere als Tänzer kräftig geprobt - heute auf der Tagesordnung: Ausdruckstanz
Ja ich denke wir haben es verstanden - irgendwo kneift ein Pups :)

Apropos Pups... Damit hat unser Schatz in der Tat in letzter Zeit sehr zu kämpfen. Laut unserer Hebamme, die seit unserem ersten Tag zu Hause regelmäßig vorbeikommt, haben Jungs öfter damit zu kämpfen, da sie beim Schreien die vorher getrunkene Milch aufschäumen und somit unschöne Blähungen hervorrufen. Zu beruhigen sind sie meist nur, in dem man sie wieder an die Brust lässt - ein Teufelskreis. Nun kriegt der Kleine jeden Tag Tropfen und in Wasser aufgelöste homöopathische Tropfen, die es richten sollen, aber irgendwie scheint dem nicht so. Der Bauch grummelt weiter fröhlich vor sich hin, was unseren kleinen Mann gar nicht fröhlich stimmt und uns einige Nerven beim Trösten und machtlos Sein raubt.
Trotz all der Bauchschmerzen und Blähungen nimmt unser kleiner Mann aber fleißig zu, was vor allem unsere Hebamme immer sehr freut, wenn sie zum Wiegen kommt.

totales Milchkoma - den Nabel wollte Philip übrigens nicht recht loslassen, er war noch genau zwei Wochen dran
heute kaufen wir ein Baby :)
Sylvias (so der Name unserer Hebamme) lustiger Beutel zum Wiegen
und am Ende hängt der Kleine bei ihr am Haken :) Bis heute hat er seit Verlassen des Krankenhauses bereits über einen Kilo zugenommen! Die vier Kilo hat er vor ca. einer Woche geknackt :)
Wir sind übrigens sehr froh, unsere Hebamme zu haben (wie wahrscheinlich viele junge Eltern), da wir sie gleich am ersten Tag zu Hause dringend um Rat fragen wollten. Unser kleiner Mann hatte nämlich während seines ersten Schläfchens in seinem kleinen Bettchen beschlossen, den gesamten Inhalt seines Magens wieder hoch zu befördern und erbrach sich auf dem Rücken liegend. Da ich gerade auf dem Weg in die Küche war und Philip nicht im Blick hatte, hörte ich nur Martin aufschreien, was mir selbst einen riesigen Schreck eingeflöst hat. Philip lag, im gesamten Gesicht gelb bespuckt, auf dem Rücken und quakte und Martin gab nur die Anweisung, ich solle meine Hebamme anrufen und fragen, was wir tun sollten. Da ich sie nicht direkt erreichte rief ich dann im Krankenhaus an, aus dem wir ja vor ein paar Stunden erst entlassen wurden. Die Schwester konnte mich sehr schnell beruhigen und versicherte uns, dass es keinen Grund zur Beunruhigung gäbe. Also wechselten wir unserem kleinen Schatz dann, noch etwas zittrig nach dem Schock alle Sachen und wussten nun: Nach dem Füttern auf jeden Fall auf das Bäuerchen warten! Das hatte uns leider vorher niemand gesagt und wir waren in der ersten Eingewöhnungsphase auch von allein nicht darauf gekommen.
Mittlerweile sind wir es gewöhnt, dass nach dem Essen ab uns zu mal etwas wieder mit nach oben kommt, manchmal auch etwas mehr, und meistern die Situation ganz entspannt.

Ich denke, das wird nicht die letzte Schrecksekunde für uns gewesen sein. Es werden noch viele Momente kommen, in denen wir zunächst überfordert sind und im Nachhinein feststellen, dass alles halb so wild war. Man lernt eben nie aus.


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