Donnerstag, 3. Oktober 2013

aller Anfang ist schwer

Nach den ersten vier Wochen mit unserem kleinen Pupser (wobei das eigentlich großer Pupser heißen müsste :) ) heißt es für Martin seit Dienstag noch fleißiger sein und wieder arbeiten gehen. Die Schreibzeit für seine Bachelorarbeit wurde schon verlängert und so hat er jetzt noch einen Monat Zeit, um diese final fertig zu bekommen.
Tja und obwohl sich vier Wochen zu dritt zu Hause echt wie eine lange Zeit anhören, ist die Zeit verflogen wie nichts und Philip entwickelt sich prächtig. Vom ersten Gebrabbel, auf das Martin sehnsüchtig wartet und den ersten Gehversuchen sind wir zwar noch weit entfernt, aber die erste Entwicklungsetappe haben wir bereits überstanden.
Diese tolle Erkenntnis habe ich aus dem Buch "Oh je ich wachse", dass mir empfohlen wurde und das ich ebenfalls jedem der ein Kind erwartet oder gerade bekommen hat ans Herz legen würde. Darin sind super die acht Entwicklungsschritte eines Babys in den ersten 14 Monaten beschrieben und ich kann nur bestätigen, dass der erste Entwicklungsschub um die 5. Woche herum geschieht. Leider ist an diese Entwicklungsschübe, die nicht immer mit einem Wachstumsschub zusammenhängen müssen, auch an ein paar anstrengende Nächte, Tage oder manchmal auch Wochen gekoppelt. Da müssen dann sowohl die kleinen Knirpse als auch die Eltern halt durch.
Philip hat seinen ersten Schub in den letzten Tagen durchgemacht, nur selten ruhig geschlafen, tagsüber viel rumgequängelt und war auch sonst nur schwer zu beruhigen. Was immer geholfen hat - rumlaufen, auf dem Arm schaukeln und ein ständiges Nuckel-Rein-Raus, was ihm offensichtlich viel Spaß macht. Diese doch etwas anstrengenderen Tage sind nun aber offensichtlich erst einmal wieder vorbei und die Sonne scheint nicht nur draußen zum Herbstbeginn noch einmal.

Um euch ein paar Eindrücke zu geben, wie sich Philip in den letzten Wochen entwickelt hat, hier mal ein paar Bilder.
endlich in den eigenen vier Wänden - sein eigenes kleines Reich ist derzeit sein Babybay (Beistellbett, dass ans elterliche Bett gestellt wird)
wir gehen auf Tuchfühlung - man riechst du gut!
stolze Mama, aber etwas geschafft
Man beachte bei Philip, die noch umgeschlagenen Ärmel - jetzt passt ihm der Body schon so!
auch der grüne Schlafsack steht ihm gut :)
Kaum angekommen und noch nicht einmal alles bestaunt, schon wird für die große Karriere als Tänzer kräftig geprobt - heute auf der Tagesordnung: Ausdruckstanz
Ja ich denke wir haben es verstanden - irgendwo kneift ein Pups :)

Apropos Pups... Damit hat unser Schatz in der Tat in letzter Zeit sehr zu kämpfen. Laut unserer Hebamme, die seit unserem ersten Tag zu Hause regelmäßig vorbeikommt, haben Jungs öfter damit zu kämpfen, da sie beim Schreien die vorher getrunkene Milch aufschäumen und somit unschöne Blähungen hervorrufen. Zu beruhigen sind sie meist nur, in dem man sie wieder an die Brust lässt - ein Teufelskreis. Nun kriegt der Kleine jeden Tag Tropfen und in Wasser aufgelöste homöopathische Tropfen, die es richten sollen, aber irgendwie scheint dem nicht so. Der Bauch grummelt weiter fröhlich vor sich hin, was unseren kleinen Mann gar nicht fröhlich stimmt und uns einige Nerven beim Trösten und machtlos Sein raubt.
Trotz all der Bauchschmerzen und Blähungen nimmt unser kleiner Mann aber fleißig zu, was vor allem unsere Hebamme immer sehr freut, wenn sie zum Wiegen kommt.

totales Milchkoma - den Nabel wollte Philip übrigens nicht recht loslassen, er war noch genau zwei Wochen dran
heute kaufen wir ein Baby :)
Sylvias (so der Name unserer Hebamme) lustiger Beutel zum Wiegen
und am Ende hängt der Kleine bei ihr am Haken :) Bis heute hat er seit Verlassen des Krankenhauses bereits über einen Kilo zugenommen! Die vier Kilo hat er vor ca. einer Woche geknackt :)
Wir sind übrigens sehr froh, unsere Hebamme zu haben (wie wahrscheinlich viele junge Eltern), da wir sie gleich am ersten Tag zu Hause dringend um Rat fragen wollten. Unser kleiner Mann hatte nämlich während seines ersten Schläfchens in seinem kleinen Bettchen beschlossen, den gesamten Inhalt seines Magens wieder hoch zu befördern und erbrach sich auf dem Rücken liegend. Da ich gerade auf dem Weg in die Küche war und Philip nicht im Blick hatte, hörte ich nur Martin aufschreien, was mir selbst einen riesigen Schreck eingeflöst hat. Philip lag, im gesamten Gesicht gelb bespuckt, auf dem Rücken und quakte und Martin gab nur die Anweisung, ich solle meine Hebamme anrufen und fragen, was wir tun sollten. Da ich sie nicht direkt erreichte rief ich dann im Krankenhaus an, aus dem wir ja vor ein paar Stunden erst entlassen wurden. Die Schwester konnte mich sehr schnell beruhigen und versicherte uns, dass es keinen Grund zur Beunruhigung gäbe. Also wechselten wir unserem kleinen Schatz dann, noch etwas zittrig nach dem Schock alle Sachen und wussten nun: Nach dem Füttern auf jeden Fall auf das Bäuerchen warten! Das hatte uns leider vorher niemand gesagt und wir waren in der ersten Eingewöhnungsphase auch von allein nicht darauf gekommen.
Mittlerweile sind wir es gewöhnt, dass nach dem Essen ab uns zu mal etwas wieder mit nach oben kommt, manchmal auch etwas mehr, und meistern die Situation ganz entspannt.

Ich denke, das wird nicht die letzte Schrecksekunde für uns gewesen sein. Es werden noch viele Momente kommen, in denen wir zunächst überfordert sind und im Nachhinein feststellen, dass alles halb so wild war. Man lernt eben nie aus.


Mittwoch, 2. Oktober 2013

die weiteren Erlebnisse im Krankenhaus

Hallo ihr Lieben,

wollen wir mal schnell die übrigen Tage im Krankenhaus komplettieren, bevor wir hier über die weiteren Geschehnisse des vergangenen Monats schreiben:-)

Am Samstag nach der Geburt kam ja bereits die engste Verwandtschaft sowie Christian und Kerstin zu Besuch. Der Sonntag wurde natürlich mit nichten ruhiger. Weitere enge Freunde wollten den Kleinen natürlich auch sehen und so meldeten sich Lisa und Gregor, deren Töchter Maya und Carla, Söri und Kathi, Anja und Marc mit ihrem kleinen Finn sowie Steve und seine Freundin Sylvia an - es sollte also ein voller Tag werden.

Der Morgen fing an mit den sechs erstgenannten und wir wurden reichlich beschenkt. Da gab es kleine Schühchen, Weintrauben, was zu lesen und und und. Anja und Marc hatten sich ebenso für den Morgen angemeldet und ehe wir uns versahen, waren wir zu Zwölft im Zimmer - man war da was los. Auch von den dreien gab es reichlich Geschenke in Form von Kleidung. Vielen Dank euch allen nochmal für diese tollen Geschenke.

Zum Glück ist Philip danach nochmal eingeschlafen, sodass auch Franzi und ich ne Runde schlafen konnten, bevor dann Steve und Sylvia am Nachmittag vorbei kamen.

Alle waren natürlich sehr angetan von dem Kleinen und bestaunten ihn und fast alle wollten ihn auch mal auf den Arm nehmen - das war natürlich erlaubt:-)

Den Tag abgerundet hat dann ein erneuter Besuch von Franzis Eltern, Oma Kerstin und Opa Andreas. Mit ihnen aßen wir gemütlich Abendbrot und dann wurde zum ersten Mal der neu erworbene Kinderwagen getestet.
schön warm anziehen, denn draußen ist es fast schon frisch
Zum ersten Mal das Mützchen aufgesetzt und los ging's.
warm eingepackt für den ersten kurzen Ausflug. Den Schlafsack gab es übrigens als Geschenk mit nach Hause
Mit diesem Spaziergang ließen wir den Abend dann ganz in Ruhe ausklingen und so ging es in die zweite Nacht zu dritt. Ich stellte mich schon mal darauf ein mit Philip wieder ein paar Runden über den Flur der Station zu drehen und so kam es dann auch. Beim Spazieren gehen konnte er sich irgendwie am besten beruhigen und außerdem konnte Franzi so in Ruhe schlafen und Kraft auftanken.

Am nächsten Morgen, Montag den 02.09.2013 (dem errechneten Geburtstermin), stand die Entlassung an und so ging es nach dem Frühstück mit dem Kleinen erstmal noch zur U2, der zweiten größeren Untersuchung nach der Geburt.
Dabei wird geschaut, ob der Kleine sich automatisch wegdreht, wenn man ihn auf das Gesicht legt, ob er den Kopf in Bauchlage schon allein ein paar Sekunden halten kann, ob er den Lauf-Reflex hat, ob es Anzeichen auf Gelbsucht gibt und und und. Kurz: es war alles super und wir waren stolz:-)

Wie in fast jedem Krankenhaus gibt es auch im St. Gertrauden-Krankenhaus einen Fotoservice. Dabei kommt eine Fotografin ins Zimmer, macht einige Fotos von den Babys und anschließend können die Eltern entscheiden, ob sie diese Bilder in verschiedensten Formen haben möchten. Zur Auswahl stehen da Fotobücher, Geburtskarten, Schlüsselanhänger, T-Shirts, Leinwände und und und.

Auch wir haben uns entschieden einige dieser Produkte zu kaufen und so sind wir nun Besitzer dieser Fotos, welche ich euch natürlich nicht vorenthalten will, da sie einfach viel zu niedlich sind.





















Er ist doch herrlich fotogen oder? Ich bin mir aber sicher, das sagen (fast) alle Eltern über ihre Kinder:-)

Diese Fotos wollten wir jedenfalls unbedingt noch machen lassen. Danach ging es dann aber endlich mit dem Auto auf sehr vorsichtige Art und Weise nach Hause - darüber haben wir uns gefreut.

Aller liebste Grüße und bis bald,
Franzi, Martin und Phil

Samstag, 28. September 2013

Nachtrag: das Würmchen wächst

Ob nun Gummibärchen, Wurm, (Mini-)Nilpferd oder Erdnussflip - jeder sieht auf den ersten Ultraschallbildern etwas anderes. Aber die Faszination darüber, was sich dort entwickelt, ist bei allen gleich.

So war es auch für uns kaum vorstellbar, dass man bereits bei einer Größe von nicht einmal 2 cm einen richtigen Körper erkennen kann. Zugegeben ein bisschen Fantasie gehört auch dazu, aber doch ist es kein Klecks im Schaufenster mehr.
Rechts deutlich zu erkennen der dicke runde Kopf und nach links der Körper. Der weiße Fleck etwas abseits des Körpers auf der linken Seite des Bildes, ist die Kniescheibe. Das Bein war etwas zu weit vom Ultraschall weg, sodass es nicht mit abgebildet wurde. Die Stellen, die zuerst verknöchern, kann man auch als erstes auf dem Ultraschall deutlich erkennen - deshalb die Kniescheibe und auch die knöchernen Stellen des Nasenbeines am Kopf gut als weiße Flecken zu sehen.

das Ultraschallbild vom 14.02.2013 - es ist etwas Menschliches zu erkennen
Am 07.01.2013 ging für Martin in Magdeburg die Uni nach den Weihnachtsferien wieder weiter und so beschlossen wir, Martins Eltern auch einzuweihen. Also ging es ab zum gemütlichen Kaffee-Trinken. Die Nachricht schlug wahrlich ein, wie eine Bombe - kein Mucks kam mehr. Annette und Jens fühlten sich veräppelt und wollten es einfach nicht glauben. Erst als wir beharrlich darauf bestanden, dass dies die Wahrheit sei, fasste sich zuerst Jens und schlussfolgerte eiskalt:
"Martin, wenn du dann 30 bist, dann müssen wir wieder nach Spanien in den Urlaub - zum Drei-Generationen-Cup."
Zur Erklärung: Als Martin sechs Jahre alt war, war seine Familie in Spanien im Urlaub und war Go-Kart-fahren. Wenn Martin dann 30 ist, wäre unser kleiner Nachwuchs auch sechs Jahre alt und somit müsste diese Tradition doch gewahrt werden. So strahlende Augen hatte ich bei Jens noch nie gesehen. Annette brauchte etwas länger, um die Situation zu realisieren, doch dann freute sie sich, verschwand aus dem Zimmer und kam mit ein Paar blauen und weißen Babysöckchen wieder. Als ob sie es doch geahnt hatte...

Der folgende Monat verlief ganz normal - sehen konnte man ja von der Veränderung auch noch nichts. Zum Glück blieb ich von der morgendlichen Kotzerei verschont - das mulmige Gefühl über den gesamten Tag war auszuhalten. Am 09.02. hatte Martin dann Geburtstag. Er wünschte sich, dass wir an diesem Tag seine gesamte Familie einweihen würden, da sie so mal vollständig versammelt waren. Aber es einfach so zu sagen, wäre ja recht einfallslos. Martin hatte daher seine Oma Ruth bereits etwas früher eingeladen, um es ihr in Ruhe sagen zu können und sich für den Rest der Familie eine ganz eigene Art der Übermittlung einfallen lassen. Aber der Reihe nach...
Bereits zum Kaffee-Trinken kam Oma Ruth am besagten Geburtstag zu Familie Freinatis nach Hause und nachdem der alltäglich Smalltalk getan war, weihte Martin Oma Ruth ein, dass wir Neuigkeiten hätten. Ihre Reaktion war schon irgendwie genial:
Leuchtende Augen in alle Richtungen - "Ich hab da seit ein paar Wochen so ne Ahnung."
Martin: "Was ist denn deine Vorahnung?"
"Das kann ich so nicht einfach sagen - aber es geht um Franzi oder?"
Martin sieht mich an: "Nein eigentlich nicht nur um sie."
"Aber hauptsächlich..." Sie blickt mich an und sagt grinsend: "Die Wohnung ist dann aber ein bisschen klein!"
Martin und ich fassen es kaum - ja tatsächlich, die Wohnung ist ein bisschen klein, aber wir haben uns das schon überlegt. Oma Ruth hat es also doch tatsächlich vorher irgendwie geahnt - tja ältere Menschen haben da irgendwie ein Gespür für. Scheint zumindest so!

Eine Stunde später ist dann die gesamte Familie zum gemeinsamen Spielen und Abendessen versammelt - ja genau, zum Spielen. Denn Martin hatte in diesem Jahr beschlossen, seinen Geburtstag mal ganz anders zu feiern und sich einen gemeinsamen Spiele-Abend mit Tabu gewünscht. Und so war jeder Gast auch gleichzeitig verdonnert mitzuspielen. Alle freuten sich über die Abwechslung zum alljährlichen gemeinsamen Kuchen essen und Abendbrot verschlingen. Und passend zu diesem Spiel gab Martin einen kleines Beispiel für die Pantomime mit Hilfe des "Knoten-Knut" - er beschriebt mit ihm, wie ich einen dicken Bauch bekomme und die anderen mussten es alle erraten. Na es dauerte keine Minute, da hatten sie es raus und freuten sich sehr.
Was uns in den vergangenen Wochen aufgefallen war - alle reagieren auf solch eine Nachricht anders. Von absoluter Freude, Bekannten und Freunden, die einem um den Hals fallen und angeregt alles Mögliche nachfragen, über freudige Glückwünsche ohne weitere Nachfragen, bis hin zu verhaltenen Sprüchen und keinem weiteren Interesse in den folgenden Wochen/Monaten ist/war alles dabei. Aber egal - wir freuen uns wie verrückt und sahen unserem nächsten Ultraschalltermin am Valentinstag gespannt entgegen...

Montag, 23. September 2013

U3: Der Kopf ist platt, aber sonst lief alles glatt

Hallo zusammen.

Heute mal ein kleiner Zwischenbericht, da wir zur U3 waren. Das ist die erste Untersuchung des Kleinen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus und so waren wir heute beim Kinderarzt.

Dieser begutachtete den Kleinen dann von allen Seiten und führte zahlreiche Tests auf Reaktionen aus. Bei dieser Untersuchung fiel auf, dass der Kopf sich ein wenig asymmetrisch entwickelt. Unser Kleiner guckt immer sehr gern nach rechts und so ist entsprechend der rechte Hinterkopf ein wenig flach geworden, wohingegen die linke Seite eher rund ist. Dieser Asymmetrie müssen wir nun entgegen wirken. Das ist aber ganz einfach, wir drehen ihn einfach in seinem Bettchen um und dann wird er automatisch in die richtige Richtung schauen:-) Ist also alles kein Drama und sollte durch diese Maßnahme bald wieder in Ordnung sein.

Außerdem hörte der Arzt nach den Herztönen und schaute, ob der Kleine in Bauchlage sich automatisch so dreht, dass er Luft bekommt - alles in Ordnung!
Außerdem wurde wieder geschaut, ob seine Hüfte in Ordnung ist, selbst mit Ultraschall. Auch da gab es nichts zu beanstanden und erste "Gehversuche" machte er heute auch.

Es ist also alles der normalen Entwicklung entsprechend in Ordnung und das ist gut:-)

Zur Vorsorge wurde ihm heute auch das erste Mal Blut abgenommen, um zu schauen, ob auch da alles in Ordnung ist. Das piksen mit der Nadel in die Hand und das darauf folgende Abnehmen von Blut hat ihm natürlich gar nicht gefallen, aber was muss, das muss.

Nun schmückt sein zartes Händchen ein süßes Pflaster und mittlerweile schläft er auch wieder ganz friedlich.

Das erste Pflaster
Alles weitere, was so in den letzten drei Wochen geschah und wie es uns bisher erging, werden wir noch in anderen Einträgen schon bald schreiben.

Also bleibt interessiert, hier wird es immer mal wieder was zum Lesen geben.

Eine schöne Woche euch allen!
Es grüßen Franzi, Martin und der kleine Phili


Montag, 16. September 2013

Die ersten 24 Stunden, es war viel los

Hallo ihr Lieben,

so langsam wird es Zeit von den ersten beiden Wochen zu berichten, da sich ja doch so einiges tut und wenn wir das nicht zu "Papier" bringen, vergessen wir vielleicht noch etwas... das wollen wir natürlich alle nicht!

Nun, wo fange ich an... Versuchen wir es chronologisch...

Die erste Nacht musste Franzi ja leider allein bzw. ohne mich im Krankenhaus verbringen, da leider kein Familienzimmer frei war. Das zweite Bett in Franzis Doppelzimmer blieb die Nacht aber glücklicherweise unbesetzt, sodass Franzi eine ruhige Nacht mit Philip hatte. Am nächsten Morgen kam ich dann wieder ins Krankenhaus und schaute nach meinen beiden Liebsten - sie waren beide müde und durften auch erstmal eine Runde schlafen.
Erstmal Schlafen nach all den Strapazen
Gegen 12 Uhr am 31. August wurde dann das ersehnte Familienzimmer frei und wir durften mit Sack und Pack umziehen nach nebenan.
Bei unserer Besichtigung des Krankenhauses Ende Mai konnten wir leider kein Familienzimmer besichtigen, sodass wir keine Ahnung hatten, was für ein tolles Zimmer wir bekommen würden. Demzufolge waren wir hin und weg, als uns DAS zur Verfügung stand.
Was für ein Zimmer
Unser Zimmer war ausgestattet mit einem Ehebett, Essecke, Wickeltisch, Waschbeckenecke und viel viel Platz - mehr als 40m² waren das bestimmt. Somit stand nach einem ersten Mittagessen dem erwarteten Besuch nichts mehr im Wege und so kamen bereits am 31. August, also nicht einmal 24 Stunden nach der Geburt unsere Eltern sowie Oma Ruth, um unseren kleinen Philip zu begrüßen - da war was los.

Kerstin, Andreas und Oma Ruth kamen mit frischen Blumen ins Zimmer und blieben sehr ruhig und bestaunten den kleinen Mann mit großen Augen und beglückwünschten uns zu unserem ersten Kind. Für einige Minuten war es also recht ruhig und gediegen in unserem Zimmer bis... ja bis meine Eltern Jens und Annette kamen. Auch Mutti und Papa beglückwünschten uns natürlich zunächst und warfen einen ersten Blick auf unseren Nachwuchs, doch direkt danach drehte Mutti ein wenig auf.
Ich habe leider keine Bilder von diesem Moment, doch stellt euch eine überdrehte kleine Frau mit einer Flasche Seifenblasenwasser in der Form eines Dildos vor, die wild durch das Zimmer springt und Seifenblasen verteilt. Ich denke, das kann man sich einigermaßen vorstellen.... Ach ja, Mutti halt. Wir haben alle herzlich gelacht:-)
Außerdem musste natürlich auf das neu gewonnene Familienglück angestoßen werden und so hatte Mutti sieben Plastikgläser und eine Flasche alkoholfreien Sekt dabei - na dann Prost.
Willkommen Philip
Natürlich freuten sich alle sehr über den kleinen Phil und wollten ihn auch alle mal auf dem Arm halten. Halt, alle? Nein! Papa meinte dazu nur in etwa "Nee, lass mich bloß in Ruhe. Ich spiel dann mit dem Kleinen wenn er drei Jahre alt ist". Na ja, bei uns wird nicht jeder nach seiner Meinung gefragt und so bekam auch Papa den Kleinen auf den Schoß und letztendlich sah er damit nicht unglücklich aus.
Jens und der kleine Phil
Nach dem Gläschen Sekt und je einem Stück Kuchen gingen dann gegen 15 Uhr auch wieder alle und Franzi und ich konnten nochmal durchschnaufen bevor 17 Uhr bereits der nächste Besuch an der Tür klopfte. Christian und Kerstin, Philips inoffizielle Patentante, mussten natürlich auch sofort einen Blick auf den Süßen werfen und kamen auch für etwa eine Stunde vorbei. Auch sie freuten sich natürlich riesig und hielten ihn natürlich beide gleich mal auf dem Arm, auch wenn Christian ein wenig besorgt war, irgendetwas falsch zu machen, doch welche jungen Männer sind da anders.

Das war es dann aber auch für den Tag und so konnten wir drei den restlichen Tag für uns genießen, verbrachten diesen mit Kuscheln und gingen früh ins Bett, schließlich waren wir noch etwas erschöpft von der Nacht davor und so ein Tag kann ja auch ganz schön anstrengend sein.
Nach so viel Stress um einen herum muss man auch mal schlafen

Mittwoch, 11. September 2013

Happy Birthday!!!

Endlich ist es so weit. Der kleine Mann hat sich endlich auf den Weg gemacht und am 30.08.2013 das Licht der Welt erblick.
Mit seinen 50 cm Größe und einem Kopfumfang von 36 cm kam er um 22:01 Uhr - also ziemlich genau 12 Stunden nach unserem Eintreffen im Kreißsaal - in Berlin Wilmersdorf im St. Gertrauden-Krankenhaus zur Welt.

Ein überwältigendes Gefühl, dass sich kaum in Worte fassen kann und Martin und mich seitdem oftmals einfach nur strahlend in die wunderschönen Augen unseres kleinen Sohnes blicken lässt.

Zur Geburt:
Die meisten von euch wissen ja, dass ich bereits sechs Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin Wehen hatte und einen 4-tägigen Krankenhausaufenthalt im St. Joseph mitmachen durfte. (Da ich bis jetzt noch nicht dazu gekommen bin, die letzten 9 Monate der Schwangerschaft zu verschriftlichen, müsst ihr euch auf weitere Infos einfach noch ein bisschen gedulden - sie werden aber noch folgen!) Seit diesem Krankenhausaufenthalt um den 20. Juli herum hatte ich immer mal wieder mehr oder weniger starke Wehen, doch hatten diese noch keine Auswirkungen auf den Muttermund, welcher weiterhin geschlossen war. Tja und am 29.08. fingen abends bei mir wieder mal Wehen an. Für mich also nichts weltbewegendes mehr und kein Grund sofort in die Klinik zu fahren... Abwarten und Tee trinken bzw. in unserem Fall Chili-con-Carne zum Abendbrot essen... Nennt mich verrückt, aber vielleicht hat genau dieses Chili sein Übriges dazu beigetragen, dass es nun endlich doch einmal los ging. Über Nacht habe ich kaum schlafen können und am nächsten Morgen um 6 Uhr hielt ich es im Bett nicht mehr aus und weckte an seinem eigentlich letzten Arbeitstag des Praktikums Martin aus seinen süßen Datenbankträumen. Ja genau - unser kleiner Mann hat sich doch tatsächlich noch so viel Zeit gelassen, dass Martin sein Praktikum quasi abschließen konnte ohne irgendwelche Sonderregelungen zu finden - eben bis auf den letzten Tag :)

Aufgrund dieses Anlasses hatten Martin und ich am Donnerstag (29.08.) noch eingekauft, um am Abend einen Zupfkuchen zu backen. Dieser stand nun frisch und lecker am 30.08. in der Küche.
Martin wollte es ja am Anfang wieder nicht so recht glauben, dass es nun endlich doch einmal losgehen würde und half mir um gegen 8 Uhr in die warme Badewanne, um zu sehen, wie sich die Wehen entwickeln würden (so früh war ich in meinem Leben glaube ich auch noch nie baden :) ) Tja und was soll ich sagen, die Wehen wurden stärker und so beschloss Martin gegen 8:30 Uhr doch lieber einmal auf Arbeit anzurufen und bescheid zu geben, dass das geplante Abschiedsschlemmen sich leider verschieben würde. Also raus aus der Wanne, im Schneckentempo fertig gemacht und gegen 9:30 Uhr ins Krankenhaus gefahren, wo wir 9:47 Uhr im Kreißsaal ankamen.

Die Damen dort vor Ort kannten mich ja bereits aus früheren Besuchen. Es ging für mich also wie gewohnt erst einmal ans CTG um die Wehentätigkeit und die Herztöne des Kleinen zu kontrollieren. Danach stand fest, wir bleiben erst einmal da! Und so startete unser 12-stündiger Wehenmarathon mit 2 cm Muttermundöffnung nach dem Baden.

Da Martin ja auch seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatte, ließ er sich von den Hebammen noch den RestChili con Carne warm machen, was mich geruchstechnisch an meine Grenzen stoßen ließ. Meine weitere Ernährung bestand aus viel viel Wasser, einer halben Gurke zwischen den Wehen und einer Menge Dextro Energy. Kann man wirklich nur empfehlen während der Geburt.

Zwischendrin, als die Wehen verglichen mit dem Endspurt noch halbwegs zu ertragen waren, kam auch von mir eines dieser Zitate, die unter der Geburt wohl recht typisch sind und so sagte ich zu Martin: "Oh man, ich hab sowas von was gut bei dir"....

Bis 17 Uhr hatte ich es dann immerhin schon so weit geschafft, dass der Muttermund ca. 5 cm offen war. Für die letzte Phase der Geburt benötigt man allerdings wohl bemerkt 10 cm. Erfahrungswerte sagen eigentlich, dass es also noch mindestens 5 Stunden dauern würde. "Oh man, das könnte ja noch eine Weile dauern" dachte ich - denkste... Innerhalb der nächsten Stunde war der Muttermund dann auf einmal vollständig geöffnet. Erst ging es wochenlang gar nicht voran und nun viel zu schnell - der Kleine rutschte nicht schnell genug nach und somit nahm das lange Warten und Stöhnen noch grandiosere Ausmaße an und ließ mich lauthals meine Begeisterung darüber kundtun.

Nachdem ich dann stundenlang von einer Position in die nächste wechselte und wir immer wieder versuchten, die Schwerkraft für uns arbeiten zu lassen - ob bei einem simplen Sitzen auf Toilette, dem aufgestützten Stehen vor oder dem Hocken auf dem geklappten Kreißbett - ging es endlich in die entscheidende Phase, die mir noch einmal alle Kraft abverlangte.

Mit der unendlichen Hilfe der Hebamme und der Gynäkologin und unzähligem Drehen und Veratmen der Wehen durfte ich es dann endlich kurz vor 22 Uhr, mit dem Pressen anzufangen. Nach einer gefühlten Ewigkeit schweißtreibender Arbeit von uns allen, kam dann endlich in den letzten drei Wehen der Kopf und damit war das Schlimmste geschafft.

Martin erzählte mir im Nachhinein, dass Philip die Nabelschnur lose um den Hals hatte, was jedoch unproblematisch war. Außerdem lag der Kleine direkt nach der Geburt geradezu leblos auf dem Kreißbett und so war Martin sehr besorgt (ich sah davon zum Glück nichts, weil der entsprechende Teil abgesenkt war). Der Kleine hatte viel Fruchtwasser geschluckt, was zu dieser Regungslosigkeit führte. Nach wenigen Sekunden zuckte und hustete er jedoch und Martin war erleichtert. Trotzdem nahmen sie ihn erst einmal mit ins Nachbarzimmer und saugten alles ab, sodass wir nach wenigen Schrecksekunden dann auch seine zarte Stimme das erste Mal hörten und alle restliche Anspannung von uns abfiel wie ein Stein. Man glaubt gar nicht, wie sehr man sich in diesem Moment über ein schreiendes Baby freut!

Nachdem alles überprüft war, kam er dann auch gleich (ca. 2 Minuten nach Geburt) nackig auf meine Brust und wurde schön in Decken eingepackt, sodass wir erst einmal ein bisschen Zeit hatten, uns zu beschnuppern. Wir konnten unser Glück kaum fassen und Martin drückte mich immer wieder ganz fest und freute sich wahnsinnig, dass alles gut überstanden war. Während wir also mit dem Kleinen gut abgelenkt waren wurde ich noch genäht - um einen Dammriss bin ich zum Glück aber herum gekommen.

Tja und was soll ich sagen, es war Liebe auf den ersten Blick. Und damit auch ihr euch sofort in unseren süßen Spatz verliebt, folgen nun endlich die lang ersehnten Bilder. Einige davon kennt ihr vielleicht schon aus unseren Nachrichten, aber bestimmt nicht alle. Martin war nämlich sofort ganz fleißig am Werk und hat den Kleinen aus vielen verschiedenen Perspektiven unter die Lupe genommen, damit wir uns für immer an diesen unbeschreiblichen Moment, den man wirklich nicht in Worte fassen kann, erinnern können.
der allerschönste Schatz der Welt (wie es wohl jede Mama von ihrem Kind behauptet) gerade mal 18 Minuten alt
sieht noch etwas spooky aus, aber der Kopf hat sich mittlerweile schon richtig schön zurecht geformt und hat nicht mehr diese gruselige Alienform - das resultierte aus den vielen Wehen, die ich für die Geburt des Kopfes brauchte; er steckte halt kurz fest
die Mama hängt noch am Tropf, ist vollkommen fertig, aber überglücklich; der Kleine probiert schon einmal seine Stimmbänder aus - funktionieren prächtig :)
früh übt sich, was ein richtig kesser Bursche werden will - die Zunge streckt er seitdem immer öfter raus
die Geborgenheit von Papas Hand hat er gleich nach weinigen Minuten gesucht
tja was soll ich sagen: ich bin jetzt ne Mama :)
Greifreflex - check!
nicht ganz schlafend, nicht ganz wach - Hauptsache nah bei Mama
man beachte die Verpflegung im Hintergrund - für Martin gab es Chili und für mich die Gurke auf dem Waschbecken 
auch der Papa ist entzückt vom Kleinen - ein toller Moment
Trotz Tropf an der Hand... Philip und ich sind wohl auf und genießen sichtlich die ersten Stunden im ruhigen Kreißsaal. Das war uns nach der stressigen Geburt auch vergönnt.
Eingepackt bis oben hin durfte um 2 Uhr die erste Nacht beginnen. Er schlief gut und friedlich und sammelte das erste Mal Kraft für das bevorstehende Leben.
Wir als Eltern werden unser Bestes geben, um ihm dieses so schön wie möglich zu gestalten und euch hin und wieder hier auf dem Laufenden halten.

Freut euch auf unsere Erkenntnisse, Erfahrungen und Erlebnisse mit unserem Kleinen und natürlich, viele viele Bilder.