Endlich ist es so weit. Der kleine Mann hat sich endlich auf den Weg gemacht und am 30.08.2013 das Licht der Welt erblick.
Mit seinen 50 cm Größe und einem Kopfumfang von 36 cm kam er um 22:01 Uhr - also ziemlich genau 12 Stunden nach unserem Eintreffen im Kreißsaal - in Berlin Wilmersdorf im St. Gertrauden-Krankenhaus zur Welt.
Ein überwältigendes Gefühl, dass sich kaum in Worte fassen kann und Martin und mich seitdem oftmals einfach nur strahlend in die wunderschönen Augen unseres kleinen Sohnes blicken lässt.
Zur Geburt:
Die meisten von euch wissen ja, dass ich bereits sechs Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin Wehen hatte und einen 4-tägigen Krankenhausaufenthalt im St. Joseph mitmachen durfte. (Da ich bis jetzt noch nicht dazu gekommen bin, die letzten 9 Monate der Schwangerschaft zu verschriftlichen, müsst ihr euch auf weitere Infos einfach noch ein bisschen gedulden - sie werden aber noch folgen!) Seit diesem Krankenhausaufenthalt um den 20. Juli herum hatte ich immer mal wieder mehr oder weniger starke Wehen, doch hatten diese noch keine Auswirkungen auf den Muttermund, welcher weiterhin geschlossen war. Tja und am 29.08. fingen abends bei mir wieder mal Wehen an. Für mich also nichts weltbewegendes mehr und kein Grund sofort in die Klinik zu fahren... Abwarten und Tee trinken bzw. in unserem Fall Chili-con-Carne zum Abendbrot essen... Nennt mich verrückt, aber vielleicht hat genau dieses Chili sein Übriges dazu beigetragen, dass es nun endlich doch einmal los ging. Über Nacht habe ich kaum schlafen können und am nächsten Morgen um 6 Uhr hielt ich es im Bett nicht mehr aus und weckte an seinem eigentlich letzten Arbeitstag des Praktikums Martin aus seinen süßen Datenbankträumen. Ja genau - unser kleiner Mann hat sich doch tatsächlich noch so viel Zeit gelassen, dass Martin sein Praktikum quasi abschließen konnte ohne irgendwelche Sonderregelungen zu finden - eben bis auf den letzten Tag :)
Aufgrund dieses Anlasses hatten Martin und ich am Donnerstag (29.08.) noch eingekauft, um am Abend einen Zupfkuchen zu backen. Dieser stand nun frisch und lecker am 30.08. in der Küche.
Martin wollte es ja am Anfang wieder nicht so recht glauben, dass es nun endlich doch einmal losgehen würde und half mir um gegen 8 Uhr in die warme Badewanne, um zu sehen, wie sich die Wehen entwickeln würden (so früh war ich in meinem Leben glaube ich auch noch nie baden :) ) Tja und was soll ich sagen, die Wehen wurden stärker und so beschloss Martin gegen 8:30 Uhr doch lieber einmal auf Arbeit anzurufen und bescheid zu geben, dass das geplante Abschiedsschlemmen sich leider verschieben würde. Also raus aus der Wanne, im Schneckentempo fertig gemacht und gegen 9:30 Uhr ins Krankenhaus gefahren, wo wir 9:47 Uhr im Kreißsaal ankamen.
Die Damen dort vor Ort kannten mich ja bereits aus früheren Besuchen. Es ging für mich also wie gewohnt erst einmal ans CTG um die Wehentätigkeit und die Herztöne des Kleinen zu kontrollieren. Danach stand fest, wir bleiben erst einmal da! Und so startete unser 12-stündiger Wehenmarathon mit 2 cm Muttermundöffnung nach dem Baden.
Da Martin ja auch seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatte, ließ er sich von den Hebammen noch den RestChili con Carne warm machen, was mich geruchstechnisch an meine Grenzen stoßen ließ. Meine weitere Ernährung bestand aus viel viel Wasser, einer halben Gurke zwischen den Wehen und einer Menge Dextro Energy. Kann man wirklich nur empfehlen während der Geburt.
Zwischendrin, als die Wehen verglichen mit dem Endspurt noch halbwegs zu ertragen waren, kam auch von mir eines dieser Zitate, die unter der Geburt wohl recht typisch sind und so sagte ich zu Martin: "Oh man, ich hab sowas von was gut bei dir"....
Bis 17 Uhr hatte ich es dann immerhin schon so weit geschafft, dass der Muttermund ca. 5 cm offen war. Für die letzte Phase der Geburt benötigt man allerdings wohl bemerkt 10 cm. Erfahrungswerte sagen eigentlich, dass es also noch mindestens 5 Stunden dauern würde. "Oh man, das könnte ja noch eine Weile dauern" dachte ich - denkste... Innerhalb der nächsten Stunde war der Muttermund dann auf einmal vollständig geöffnet. Erst ging es wochenlang gar nicht voran und nun viel zu schnell - der Kleine rutschte nicht schnell genug nach und somit nahm das lange Warten und Stöhnen noch grandiosere Ausmaße an und ließ mich lauthals meine Begeisterung darüber kundtun.
Nachdem ich dann stundenlang von einer Position in die nächste wechselte und wir immer wieder versuchten, die Schwerkraft für uns arbeiten zu lassen - ob bei einem simplen Sitzen auf Toilette, dem aufgestützten Stehen vor oder dem Hocken auf dem geklappten Kreißbett - ging es endlich in die entscheidende Phase, die mir noch einmal alle Kraft abverlangte.
Mit der unendlichen Hilfe der Hebamme und der Gynäkologin und unzähligem Drehen und Veratmen der Wehen durfte ich es dann endlich kurz vor 22 Uhr, mit dem Pressen anzufangen. Nach einer gefühlten Ewigkeit schweißtreibender Arbeit von uns allen, kam dann endlich in den letzten drei Wehen der Kopf und damit war das Schlimmste geschafft.
Martin erzählte mir im Nachhinein, dass Philip die Nabelschnur lose um den Hals hatte, was jedoch unproblematisch war. Außerdem lag der Kleine direkt nach der Geburt geradezu leblos auf dem Kreißbett und so war Martin sehr besorgt (ich sah davon zum Glück nichts, weil der entsprechende Teil abgesenkt war). Der Kleine hatte viel Fruchtwasser geschluckt, was zu dieser Regungslosigkeit führte. Nach wenigen Sekunden zuckte und hustete er jedoch und Martin war erleichtert. Trotzdem nahmen sie ihn erst einmal mit ins Nachbarzimmer und saugten alles ab, sodass wir nach wenigen Schrecksekunden dann auch seine zarte Stimme das erste Mal hörten und alle restliche Anspannung von uns abfiel wie ein Stein. Man glaubt gar nicht, wie sehr man sich in diesem Moment über ein schreiendes Baby freut!
Nachdem alles überprüft war, kam er dann auch gleich (ca. 2 Minuten nach Geburt) nackig auf meine Brust und wurde schön in Decken eingepackt, sodass wir erst einmal ein bisschen Zeit hatten, uns zu beschnuppern. Wir konnten unser Glück kaum fassen und Martin drückte mich immer wieder ganz fest und freute sich wahnsinnig, dass alles gut überstanden war. Während wir also mit dem Kleinen gut abgelenkt waren wurde ich noch genäht - um einen Dammriss bin ich zum Glück aber herum gekommen.
Tja und was soll ich sagen, es war Liebe auf den ersten Blick. Und damit auch ihr euch sofort in unseren süßen Spatz verliebt, folgen nun endlich die lang ersehnten Bilder. Einige davon kennt ihr vielleicht schon aus unseren Nachrichten, aber bestimmt nicht alle. Martin war nämlich sofort ganz fleißig am Werk und hat den Kleinen aus vielen verschiedenen Perspektiven unter die Lupe genommen, damit wir uns für immer an diesen unbeschreiblichen Moment, den man wirklich nicht in Worte fassen kann, erinnern können.
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| der allerschönste Schatz der Welt (wie es wohl jede Mama von ihrem Kind behauptet) gerade mal 18 Minuten alt |
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| sieht noch etwas spooky aus, aber der Kopf hat sich mittlerweile schon richtig schön zurecht geformt und hat nicht mehr diese gruselige Alienform - das resultierte aus den vielen Wehen, die ich für die Geburt des Kopfes brauchte; er steckte halt kurz fest |
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| die Mama hängt noch am Tropf, ist vollkommen fertig, aber überglücklich; der Kleine probiert schon einmal seine Stimmbänder aus - funktionieren prächtig :) |
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| früh übt sich, was ein richtig kesser Bursche werden will - die Zunge streckt er seitdem immer öfter raus |
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| die Geborgenheit von Papas Hand hat er gleich nach weinigen Minuten gesucht |
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| tja was soll ich sagen: ich bin jetzt ne Mama :) |
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| Greifreflex - check! |
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| nicht ganz schlafend, nicht ganz wach - Hauptsache nah bei Mama |
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| man beachte die Verpflegung im Hintergrund - für Martin gab es Chili und für mich die Gurke auf dem Waschbecken |
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| auch der Papa ist entzückt vom Kleinen - ein toller Moment |
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| Trotz Tropf an der Hand... Philip und ich sind wohl auf und genießen sichtlich die ersten Stunden im ruhigen Kreißsaal. Das war uns nach der stressigen Geburt auch vergönnt. |
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| Eingepackt bis oben hin durfte um 2 Uhr die erste Nacht beginnen. Er schlief gut und friedlich und sammelte das erste Mal Kraft für das bevorstehende Leben. |
Wir als Eltern werden unser Bestes geben, um ihm dieses so schön wie möglich zu gestalten und euch hin und wieder hier auf dem Laufenden halten.
Freut euch auf unsere Erkenntnisse, Erfahrungen und Erlebnisse mit unserem Kleinen und natürlich, viele viele Bilder.